Frankenbad – bis zum bitteren Ende? Ein Lösungsversuch

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Die unendliche Geschichte um die Sanierung des Frankenbads ist auch eine Geschichte der gebrochenen Versprechen von Kommunalpolitik und Verwaltung. Wir wollen das ändern.

von Jürgen Repschläger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion

Bekanntlich steht das im Juni 1963 eröffnete Frankenbad in der Bonner Nordstadt seit 1996 unter Denkmalschutz. Daraus ergibt sich für die Stadt Bonn als Eigentümerin in erster Linie die Verpflichtung, das Gebäude für kommende Generationen zu erhalten, sprich vor Baufälligkeit zu schützen, und bei Notwendigkeit zu sanieren. Dies hinderte die schwarz-grüne Ratsmehrheit in der vergangenen Ratsperiode aber nicht daran, unter CDU-Oberbürgermeister Sridharan auf einen Schwimmbadneubau, nämlich ein Zentralbad in Kessenich zu setzen und damit das Frankenbad zur Disposition zu stellen. Glücklicherweise stoppte 2018 ein Bürgerentscheid dieses Vorhaben. Die Bürger:innen dieser Stadt wünschten sich weiterhin schnell zu erreichende Quartiersbäder. Somit schien das Frankenbad gerettet, zumal die aktuelle Oberbürgermeisterin Katja Dörner und die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, LINKEN und Volt im Koalitionsvertrag die prioritäre Sanierung des Frankenbades im Bonner Stadtbezirk bekräftigte.

Faktisch blieb aber alles beim Alten, obwohl vom Rat die Sanierungsbeschlüsse gefasst wurden, für die auch wir uns immer eingesetzt hatten. Bis auf ein paar mühsam erstrittene Notreparaturen geschah trotzdem nichts. Die vertagten Anträge, die nach wie vor noch nicht mal in Angriff genommene Umsetzung der Beschlüsse, die ausweichenden Stellungnahmen der Verwaltungen ... sie sind kaum noch zu zählen. Als vorläufigen negativen Höhepunkt hat nun das Städtische Gebäudemanagement (SGB) den Ratsbeschluss (!) zur Sanierung des Frankenbades eigenmächtig abgeändert. Per Handstreich wurde aus dem Sanierungsbeschluss ein Beschluss zur Prüfung der Sanierungsfähigkeit gemacht, wobei noch das Erstaunlichste ist, dass die Verwaltungsspitze hier nicht interveniert hat. Für die Linksfraktion, die immer zum Frankenbad gestanden hat, ist damit das Ende unserer arg strapazierten Geduld erreicht.

Wir haben deshalb zuletzt auch gegen Teile unserer Koalition eine sinnvolle Initiative des Fördervereins der Frankenbadfreunde unterstützt. Darüber hinaus schlägt die Linksfraktion vor, die Sanierung aus dem Zuständigkeitsbereich des SGB herauszulösen und eine gesonderte Struktur explizit für die Sanierung des Frankenbades zu installieren. Ohne eine solche Kraftanstrengung sehen wir die Geschichte des Bades zu einem bitteren Ende kommen. Dies wollen wir unter allen Umständen verhindern.