Tierleid statt „Götterfunken“: Linksfraktion kritisiert unzureichende Verbesserungen bei Rhein in Flammen
Die geringfügige Verlegung des Feuerwerks bei „Rhein in Flammen“ am vergangenen Wochenende konnte den befürchteten Schaden an der Tierwelt nicht verhindern. Trotz des Verzichts auf ufernahes Bodenfeuerwerk kam es erneut zu panischen Reaktionen unter den Wasservögeln an der Vogelinsel; mindestens ein Tier wurde tot aufgefunden. Die Linke im Stadtrat fordert angesichts dieser Wirkungslosigkeit den umgehenden Umstieg auf moderne, tierfreundliche Alternativen.
Obwohl die Stadt Bonn im März eine „größere Entfernung“ zu den Brutbereichen ankündigte, wurden die Raketen lediglich 50 Meter weiter vom Ufer gezündet – weiterhin in unmittelbarer Nähe zur Vogelinsel.
„Ein Sicherheitsabstand von wenigen Metern ist für brütende Vögel bedeutungslos, wenn direkt daneben hunderte Dezibel Lärm und gleißendes Licht freigesetzt werden“, so Janine Könen, Mitglied der Linksfraktion im Umweltausschuss. Neben orientierungslos umherfliegenden Vögeln wurde eine tote Gans auf der Konrad-Adenauer-Brücke entdeckt. Damit wiederholen sich die tragischen Vorfälle des Vorjahres.
Für die Linksfraktion ist die minimale Verschiebung reine Symbolpolitik. Dass Oberbürgermeister Déus im Interview bei Radio Bonn/Rhein-Sieg vom 5. Mai einräumte, die Bezirksregierung hätte das bisherige Konzept am Auensee künftig nicht mehr genehmigt, entlarvt den geplanten Umzug ab 2028 als erzwungenen Schritt. Ein reiner Standortwechsel in die Innenstadt löst das Problem der massiven Störung für städtische Tiere jedoch nicht.
In einem gemeinsamen Antrag mit den Grünen Bonn fordert die Linksfraktion für den nächsten Umweltausschuss:
➢ Feuerwerksverbot: Umstieg auf Drohnen- und Lasershows als Standard für Bonn.
➢ Terminverschiebung: Verlegung in den Spätsommer, außerhalb der Brut- und Setzzeit.
➢ Konsequenz ab 2028: Auch der Umzug in die Innenstadt darf kein Freifahrtschein für Pyrotechnik sein.
Bonn braucht keine „kreative Pause“, sondern eine echte Modernisierung ohne Tierleid.

