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Schauspiel erhalten – Prüfung der Schließung sofort stoppen

Dr. Michael Faber

Zum Antrag „Keine weitere Prüfung der Aufgabe der Schauspielsparte des Theaters Bonn“ der Linksfraktion im Hauptausschuss am 5. November erklärt der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Faber:

Am 3. Oktober informierte Oberbürgermeister Déus per Ratsnewsletter über die Haushaltsklausur des Verwaltungsvorstandes sowie den dort gefassten Beschluss: „Statt des in der Zukunftsagenda Bonner Bühnen beschlossenen Erhalts aller Sparten soll die Aufgabe des Schauspiels geprüft werden.“

Nur wenige Monate zuvor hatte die Verwaltung einen mit dem Rat und der Stadtgesellschaft völlig unabge­stimmten Vorschlag für den Neubau von Theater und Oper in Beuel in die Öffentlichkeit geworfen. Dieser Vorschlag fand ersichtlich keine Mehrheit und wurde zwischenzeitlich schon wieder zurückgezogen. Jetzt folgt der Prüfauftrag zur Schließung der traditionsreichen Bonner Schauspielsparte. Das verschaffte Bonn zwar bundesweite Aufmerksamkeit. Auf derartige Öffentlichkeitswirkung für die mit dem Vorschlag zum Ausdruck gebrachte Ignoranz des Oberbürgermeisters und des Verwaltungs­vorstandes gegenüber der Bedeutung von Kultur und Schauspiel für die Gesellschaft hätte unsere Stadt aus Sicht der Linksfraktion aber gut verzichten können. 

Die Vorschläge der Stadtspitze um Guido Deus (CDU) haben weder nennenswerte Halbwertszeit noch Substanz, wie die willkürlich und hilflos anmutenden Vorschläge zu den Theaterstätten zeigen. Für einen solch einschneidenden und theaterfeindlichen Auftrag gibt es überhaupt kein Ratsvotum und eine Mehrheit für die Schließung des Theaters ist auch nicht ersichtlich. Ganz im Gegenteil: Beschlossen wurde vom Stadtrat die Weiterführung der Sparten, also auch des Schauspiels, und auch der Kulturausschuss hat sich jüngst einstimmig zum zweispartigen Theater bekannt. Die Kosten verursachende Bindung von Verwaltungsressourcen für eine Prüfung der Aufgabe der Schauspielsparte macht deshalb aus Sicht der Linksfraktion keinerlei Sinn. 

§ 61 GO NRW gibt dem Hauptausschuss das Recht, eine Planung des Oberbürgermeisters, die dem Mehrheitswillen des Rates bzw. Hauptausschusses zuwiderläuft, zu stoppen. Der von der uns vorgelegte Antrag zielt genau darauf ab: Die Linksfraktion bekennt sich klar zum Weiterbetrieb der städtischen Bühnen. Nach den Positionierungen der Ratsfraktionen in den letzten Wochen erwarten wir, dass dies auch für die große Mehrheit des Rates gilt. Der kommende Hauptausschuss bietet jetzt die Gelegenheit, die vom Verwaltungsvorstand um Oberbürgermeister Deus angeschobene Prüfung der Theaterschließung umgehend zu beenden. Bonn braucht eine Verwaltungsspitze und einen Oberbürgermeister, die Vorschläge mit Substanz entwickeln und nicht alle paar Monate Unsicherheit durch neue Prüfaufträge ohne Unterstützung und Umsetzungsperspektive schaffen.

Antrag: „Keine weitere Prüfung der Aufgabe der Schauspielsparte des Theaters Bonn“, Drs. 261896 (Link).

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