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Konzepte schwullesbischer Jugendarbeit in Bonn

Michael Seeland

Anfrage an den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie am 26.05.10

Fragestellung

Die Verwaltung wird gebeten, zu folgenden Fragen Stellung zu beziehen:

  1. Welche Ideen und Konzepte hat die Stadt nach Insolvenz des Schwulen- und Lesbenzentrums Bonn und der angeschlossenen Jugendgruppe ?Grenzenlos? im vergangenen Oktober, um eine kontinuierliche Jugendarbeit und Anlaufstelle für schwule, lesbische, bisexuelle und transgender Jugendliche in der Phase ihres Coming-Outs zu gewährleisten?
  2. Wie schnell kann die Stadt entsprechende Initiativen für eine Fortführung der schwullesbischen Jugendarbeit anschieben und verbindliche Zusagen zur Finanzierung abgeben?
  3. Wie beurteilt die Stadt in diesem Zusammenhang das Konzept ?frei.raum? von pro familia, das den Fraktionen in einem Schreiben vom 22.03.2010 zuging und über das nach Auskunft des Trägers bereits seit Ende 2009 mit der Stadt gesprochen wird?
  4. Das Konzept ?frei.raum? sieht einen städtischen Zuschuss von ca. 50 000 Euro im Jahr vor, der sich aus den bisherigen Fördermitteln für ?Zentrum? und ?Grenzenlos? zusammensetzt. Wie möchte die Stadt vor dem Hintergrund einer nach wie vor höheren Suizidgefährdung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und z.T. deutlich höheren kommunalen Zuschüssen für vergleichbare Projekte in anderen Großstädten in NRW ggf. eine Reduzierung dieses Ansatzes rechtfertigen?
  5. Für welche Projekte würden die im Haushalt (1.05.06 ? Transferaufwendungen) für das Schwulen- und Lesbenzentrum Bonn e.V. angesetzten Mittel i.H.v. 27 000 Euro andernfalls eingesetzt?

Begründung

Nach der Insolvenz des Schwulen- und Lesbenzentrums im vergangenen Oktober besteht dringender Bedarf, vor allem für die Fortführung und Weiterentwicklung der Jugendarbeit für schwule, lesbische, bisexuelle und transgender Jugendliche in der Coming-Out-Phase. In Bonn fehlt es seit Insolvenz des Zentrums vor über einem halben Jahr an einer Anlauf- und Beratungsstelle für diese Jugendlichen.
 
Pro familia Bonn hat ein Konzept vorgelegt, das auf die Bedürfnisse der Jugendlichen in dieser, in Schule und Familie oft mit vielen Konflikten behafteten, Lebensphase eingehen kann und gleichzeitig eine sinnvolle Weiterentwicklung und Ausbau der Arbeit im alten ?Grenzenlos? darstellt.
 
Dennoch bliebe dieser notwendige Ausbau der Jugendarbeit für die Stadt kostenneutral, da auf bisherige Fördermittel von Zentrum und Grenzenlos zurückgegriffen werden könnte.
Vor diesem Hintergrund wäre es, im Sinne der betroffenen Jugendlichen, mehr als wünschenswert zu prüfen, wie die Jugendarbeit in diesem Bereich fortgeführt werden soll.

Ds.-Nr.1011462

Stellungnahme der Verwaltung

Zu 1. ? 4.:

Die Verwaltung verweist auf eine entsprechende Mitteilungsvorlage zu der angesprochenen Thematik in gleicher Sitzung (DS-Nr. 1011533).

Danach besteht aus Sicht der Verwaltung für die Zielgruppe zwar auch ein Bedarf an einem Treffpunkt, an dem sie aber ?im Gegensatz zu klassischen offenen Angeboten- eine auf sie zugeschnittene fachliche Beratung erhalten kann.

Die bisherige Förderung als offenes Angebot im eigentlichen Sinne wird von der Verwaltung daher auch in der Fortschreibung der Freizeitstättenbedarfsplanung, die dem Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie zur Sitzung am 06.07.2010 vorgelegt werden soll, nicht mehr vorgesehen.

Im Rahmen der Gespräche mit einer Kirchengemeinde wird zurzeit geklärt, wie die Bereitstellung der Räume und die Sicherstellung des Beratungsangebotes organisiert werden kann.

Die Verwaltung hält sowohl vor diesem Hintergrund als auch angesichts der seinerzeitigen Nutzung des Angebotes ?Grenzenlos? (rd. 30 Besucher/-innen) einen ergänzenden Zuschuss in Höhe von max. 15.000,00 ? für angemessen.

Zu 5.:

Die angesprochenen Mittel fallen in die Zuständigkeit des Amtes für Soziales und Wohnen und sind auch vor dem Hintergrund der im Jahre 2009 vollzogenen Insolvenz des bisherigen Trägers ? Schwulen & Lesben Zentrum ? im Zusammenhang mit den von den Fachämtern geforderten Beiträgen zur Haushaltskonsolidierung zur Einsparung vorgeschlagen worden.
Sie sind nicht mehr verfügbar.

Entsprechende Mittel zur weitergehenden Förderung eines veränderten Angebotes stehen im Budget des Amtes für Kinder, Jugend und Familie nicht zur Verfügung.

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