Gebäudereinigung
Antrag an den Hauptausschuss am 30.06.10
Inhalt des Antrages
Verträge zur Reinigung städtischer Gebäude durch Fremdfirmen werden nicht verlängert. Stattdessen wird hierfür festes Personal durch die Stadt Bonn eingestellt. Dabei sollen mindestens Halbtagsstellen geschaffen werden, die nicht befristet werden.
Begründung
Mitarbeiterinnen (und meist wenige Mitarbeiter - wegen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die männliche Form verzichtet) von Reinigungsfirmen arbeiten häufig unter Bedingungen, die eine gute Arbeitsqualität erschweren.
Wesentlich für die Preiskalkulation in der Gebäudereinigung ist das sogenannte "Leistungsmaß". Dies ist die Fläche, die eine Mitarbeiterin pro Stunde zu reinigen hat. Für Büroflächen sind in der Branche übliche Leistungsmaße 250-300 Quadratmeter pro Stunde, für Toiletten 100, oder für Flurflächen 500-700 Quadratmeter pro Stunde. Das heißt, für ein 15 Quadratmeter großes Büro stehen der Mitarbeiterin drei Minuten zur Verfügung. Darin sind alle anfallenden Arbeiten enthalten, z.B. Saugen, Abstauben von waagrechten Flächen, Leeren der Abfallkörbe. Eine fachgerechte und qualitätsorientierte Arbeit ist unter diesen Bedingungen trotz des hohen Einsatzes vieler Beschäftigter häufig nur schwerlich möglich.
Hinzu kommt, dass die Mitarbeiterinnen von Reinigungsfirmen oft als befristete 400-?-Kräfte arbeiten. Solchen Arbeitsverhältnissen sollte die Stadt grundsätzlich nicht Vorschub leisten. Dies gilt nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass damit häufig aufstockende Leistungen nach dem SGB II und auch kommunale Belastungen einhergehen.
Die Erfahrung zeigt außerdem, dass die Arbeitsqualität fester Mitarbeiterinnen höher ist, weil diese sich eher mit "ihrem" Objekt und "ihren" dort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen identifizieren. Dies hat gerade auch die "OB-Schatzkiste" gezeigt: Städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen sich wieder festes Reinigungspersonal. Diesen Schatz sollte die Stadt heben und, wenn die bestehenden Verträge auslaufen, feste Stellen schaffen. Dies wird mehr Geld kosten als die Vergabe an Reinigungsfirmen, ist aber hinsichtlich Arbeitsqualität und Zufriedenheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geboten.
Ds.-Nr. 1011733
