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Zukunft des Tierheims nicht aufs Spiel setzen!

Zum Antrag der Linksfraktion zur Suche nach Ersatzflächen für das vom Autobahnausbau betroffene Tierheim erklärt Dr. Michael Faber, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion Bonn:

Spätestens seit November 2017[1] ist der Stadtverwaltung bekannt, dass mit dem Ausbau der Bundesautobahn 565 zwischen Bonn-Nord und Endenich ein empfindlicher Einschnitt in das Gelände des Bonner Tierheims droht: Hierdurch steht ganz unmittelbar die Existenz der gesamten Einrichtung auf dem Spiel.

Bereits im letzten Jahr hatte die Linksfraktion die Thematik mit einer Großen Anfrage aufgegriffen und um Prüfung möglicher Ersatzflächen unter anderem in der benachbarten Kleingartenanlage gebeten.[2] Die Antworten waren unkonkret, die Verwaltung spielte auf Zeit. Die jetzt von Straßen.NRW kommunizierten Detailplanungen zeigen jedoch, dass die vorgesehenen Baumaßnahmen tatsächlich zu einem wesentlichen Eingriff in das Gelände und zu einem Wegfall von wichtigen Gebäuden des Tierheims führen werden.

Nach der jahrelangen Untätigkeit der Stadtverwaltung beantragt die Linksfraktion daher, den Oberbürgermeister durch den Stadtrat zu verpflichten, kurzfristig Lösungsvorschläge zu entwickeln. Konkret soll die Verwaltung zeitnah Ersatzflächen prüfen, darunter auch die Flächen der benachbarten Kleingartenanlage. Für diese wurden nach Auskunft des Tierschutzvereines jüngst Ausweichflächen angeboten, weshalb die Stadtverwaltung nun endlich den Dialog mit allen Betroffenen führen muss. Die Einrichtung eines Runden Tischs wäre dazu ein wichtiger erster Schritt. Denn eine möglichst einvernehmliche Lösung mit den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern, zum Beispiel durch Umsiedlung auf attraktivere Ausweichflächen, ist aus Sicht der Linksfraktion wünschenswert. 

Eine solche Lösung braucht allerdings Vorbereitungszeit. Oberbürgermeister Sridharan hätte die Zukunft des Tierheimes deshalb längst zur Chefsache machen müssen. Jetzt liegt es am Stadtrat, die passive Haltung der Verwaltung aufzubrechen. Für die Linksfraktion ist klar, dass der (von uns abgelehnte) Autobahnausbau die Existenz des Tierheimes nicht gefährden und auch den dortigen Betrieb nicht wesentlich einschränken darf. Schließlich leistet das Tierheim mit der Fundtierversorgung nicht nur originär städtische Aufgaben, Tierschutz ist darüber hinaus ein wichtiger gesellschaftlicher Auftrag, der nach dem Grundgesetz auch den Kommunen obliegt. Die vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten beim Tierheim haben Wertschätzung und Planungssicherheit verdient – und nicht das jetzt schon jahrelang andauernde Desinteresse der Stadtspitze.


[1] Siehe: https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1713165EB8.pdf

[2] Siehe: https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/18/1811841.pdf

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