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Widerstand gegen Kürzungen

Jürgen Repschläger

Zu den angekündigten Kürzungen bei der freien Kultur erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger:

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die „Beethoven 2020“-Manie maßgeblicher Kreise in Bonn die freie Kultur in Agonie stürzt, dann liegt dieser nunmehr mit den von Stadtkämmerin Heidler angekündigten Kürzungen vor. Anstatt die ohnehin schon peinlich geringen Zuschüsse für die freie Szene zu erhöhen, soll im Vorfeld der Beethovenfeierlichkeiten nochmal um rund 280.000 Euro gekürzt werden. Darin sind eingesparte Mietzuschüsse noch nicht berücksichtigt. Die Linksfraktion freut sich über die notwendigen Erhöhungen beim Jungen Theater und der Springmaus, das Gesamtpaket ist aber nicht akzeptabel.

"Dass eine solche Kulturpolitik freien Kulturschaffenden den Boden entzieht und damit oft unentgeltlichem Engagement die Wertschätzung verweigert, ist das eine. Das andere ist, dass eine solche Politik letztendlich auch Beethoven schadet", sagt Jürgen Repschläger. "Diejenigen, die immer behaupten, das musikalische und geistige Erbe Beethovens pflegen zu wollen, merken offensichtlich gar nicht, dass sie mit einer solchen Heldenverehrungspolitik weite Teile der Stadtgesellschaft gegen Beethoven aufbringen."

Es geht also um zweierlei: Zum einen muss die freie Szene städtischerseits stärker unterstützt werden, zum anderen muss Beethoven vor einer Politik, die ihn zu Unrecht zum Feindbild aufbaut, geschützt werden. Aufkleber oder Sprühparolen wie "Beethoven muss sterben, damit Bonn leben kann", sind zwar inhaltlich falsch, aber Ausdruck berechtigter Wut über eine monokulturell aufgestellte Politik. "Beethovenstadt Bonn" geht nur, wenn auch die freie Kulturszene zu ihrem Recht kommt. Dafür braucht sie mehr, nicht weniger Geld.