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Viel Bürofläche, wenig Wohnraum? Stadtverwaltung will beim Postareal Nordstadt dem Drängen des Investors nachgeben

Zu den Plänen für das ehemalige Postareal am Kaiser-Karl-Ring in der Nordstadt erklärt Holger Schmidt, planungspolitischer Sprecher der Linksfraktion:

Für das ehemalige Postareal am Kaiser-Karl-Ring neben dem Frankenbad hatte der Planungsausschuss beschlossen, dass zumindest 30% der Fläche für Wohnraum genutzt werden soll. Nach Auffassung der Linksfraktion war schon dies viel zu wenig, doch nun soll nach dem Willen der Stadtverwaltung nicht einmal das umgesetzt werden. Sie schlägt vielmehr vor, auf einen Bebauungsplan mit näheren Vorgaben zu verzichten und den Grundstückseigentümer lediglich zum Bau einer Kita und von 25-30 geförderten Wohnungen zu verpflichten. Den gesamten Rest der Neubauten könnte er dann mit Gewerbenutzungen belegen, zu größeren Zugeständnissen sei der aktuelle Eigentümer, der Immobilienaktienfonds Dream Global nicht bereit.

Diesem Vorschlag der Stadtverwaltung will die Linksfraktion keinesfalls folgen, da das Grundstück durch seine Lage und Einbettung in besonderer Weise für den Wohnungsbau geeignet ist und sich auch die Nachbarn für eine deutlich größere Wohnnutzung ausgesprochen haben. In einem Änderungsantrag verlangt sie deshalb, das Bebauungsplanverfahren fortzuführen, darin Flächen für die Kita und rund 50% Sozialwohnungen und zusätzlich ein zukünftiges städtisches Vorkaufsrecht festzusetzen. Dies kann zwar zunächst dazu führen, dass der Eigentümer vorläufig auf Neubauten verzichtet, allerdings scheint dieses Risiko überschaubar und sollte hingenommen werden, will man sich die Stadtentwicklung nicht gänzlich von einseitigen Investoreninteressen diktieren lassen.

Ohnehin besteht bei einer größeren Immobilie oder einem solchen Grundstück durch die immer weiter zunehmende Kapitalisierung nur eine geringe Kontinuität: Der Immobilienfonds, der noch das Postareal besitzt, wird derzeit vom Finanzinvestor Blackstone aufgekauft – ein Grund mehr, sich den Portfolio-Vorstellungen eines Investors auf diesem innenstadtnahen Grundstück nicht zu fügen. Auf dem Postareal sollten stattdessen weit überwiegend Wohnungen entstehen, darunter möglichst viele geförderte und eine Kita – das ergibt für die Nordstadt den größten Sinn.