Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Dr. Michael Faber

Ursachen begegnen statt hilfloser Verbotspolitik

Bildquelle: Günter Havlena / pixelio.de

Aus Sicht der Linksfraktion resultiert die derzeitige Lage Am Johanneskreuz vornehmlich aus dem von CDU, SPD, FDP und BBB durchgesetzten Alkoholverbot am Bonner Loch

Zu den Berichten von AnwohnerInnen über massive Probleme mit Drogenkranken und dem offenen Brief des Anwohner am Johanneskreuz erklärt Dr. Michael Faber, Vorsitzender der Linksfraktion Bonn:

Die repressive Drogenpolitik in Deutschland steht vor einem Scherbenhaufen. Mit Verfolgung und Verboten wird suchtkranken Menschen nicht geholfen. Das Gegenteil ist der Fall, wie auch die aktuelle Debatte zur Situation rund um das Johanneskreuz zeigt.

Aus Sicht der Linksfraktion resultiert die derzeitige Lage dort vornehmlich aus dem von CDU, SPD, FDP und BBB durchgesetzten Alkoholverbot[1] am Bonner Loch. DIE LINKE hat diese Art der Symptombekämpfung stets abgelehnt. Die populistische Symbolpolitik hat nicht mehr erreicht als die Verdrängung von Teilen der Szene um wenige Meter zum Busbahnhof. Andere Gruppen suchten sich neue Treffpunkte bzw. verschärften die Situation in anderen Stadtteilen, wie etwa am Johanneskreuz.

Nachdem das Alkoholverbot am Bonner Loch zu einer absehbaren Zersplitterung der Szene in Bonn geführt hat, muss den Tatsachen ins Auge geblickt werden. Nötig ist jetzt keine Ausweitung der Prohibitionspolitik. Das wäre ein weiterer hilfloser Versuch, gesellschaftliche Probleme wegzuverbieten. Gefordert ist jetzt vielmehr ein konsequenter Einsatz der Stadt für mehr psychosoziale Betreuung und wirksame Therapiemöglichkeiten, wie der Substitution. Schnelle Lösungen für das gesellschaftliche Problem der Suchtkrankheit kann es nicht geben.

 


[1] vgl. entsprechende Beschlüsse des Rates vom 18.06.2088, Drs. 0810683 und 27.05.2010, Drs. 1011306