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Jürgen Repschläger

Stigmatisierung statt Befreiung

Der General-Anzeiger hat in seiner heutigen Ausgabe 11 Leserinnenbriefe zum Thema „muslimisches Frauenschwimmen“ veröffentlicht. Alle Leserinnen üben z.T. scharfe Kritik am getrennten Frauenschwimmen und argumentieren, dies verhindere die Integration und würde die religiöse Unterdrückung von Frauen zementieren. Damit folgen sie den Bedenken des Bürger Bundes Bonn (BBB) und fordern wie dieser, das Frauenschwimmen nicht anzubieten. Hierzu erklärt der integrationspolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger:

„Ich bin für das muslimische Frauenschwimmen, sehe darin aber nicht in erster Linie einen integrationspolitischen Aspekt und mittelfristig auch keine direkte integrative Wirkung. Es geht zuerst darum, Frauen, die religiös und patriarchal unterdrückt sind – oder die sich freiwillig religiös begründeten Alltagsregeln unterwerfen – die Möglichkeit zu einer umfassenderen Teilnahme am öffentlichen Leben, also auch am Schwimmen zu ermöglichen. Nicht das Frauenschwimmen stigmatisiert strenggläubige Muslimas, stigmatisiert werden sie durch ihre Religion und durch unsere Ausgrenzung. So wie auch ein Burka-Verbot, das Muslimas stärker ans Haus fesseln würde, kein Akt zu ihrer Befreiung wäre.“

Repschläger sieht in der Aufrechterhaltung des ja bereits vorhandenen Angebots keinen Kniefall vor dem Islam, sondern einen Beitrag zu Emanzipation und Teilhabe und langfristig auch die Möglichkeit zur Integration, denn: „Wer sich von der Gesellschaft nicht ausgegrenzt fühlt und die Möglichkeit zur Teilhabe hat, wird religiösen Hardlinern vielleicht nicht mehr auf den Leim gehen. Frauen das Schwimmen zu verwehren, bis WIR sie befreit haben, ist der falsche Weg.“