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Holger Schmidt

Neubebauung Postareal Dorotheenstraße in der Nordstadt – 30% Wohnraum sind zu wenig

Da die Post zum Jahresende nun auch als Mieter endgültig ihr Gelände in der Nordstadt aufgeben wird, plant die derzeitige Eigentümerin, eine Tochter der Kapitalsammelstelle Dream Global, die Neubebauung des Areals. Nach ihren bisherigen Plänen sollen neben einer Kita nahezu ausschließlich Büro- bzw. Gewerberäume entstehen, möglicherweise auch ein Hotel. Demgegenüber hatte ein Bürgerantrag bereits im Jahr 2013 gefordert, auf dem Gelände vorrangig Wohnraum zu errichten, dem der Stadtrat auch grundsätzlich folgte.

Zum Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans für das ehemalige Postgelände in der Nordstadt, erklärt Holger Schmidt, planungspolitischer Sprecher der Linksfraktion Bonn:

Da die Post zum Jahresende nun auch als Mieter endgültig ihr Gelände in der Nordstadt aufgeben wird, plant die derzeitige Eigentümerin, eine Tochter der Kapitalsammelstelle Dream Global, die Neubebauung des Areals. Nach ihren bisherigen Plänen sollen neben einer Kita nahezu ausschließlich Büro- bzw. Gewerberäume entstehen, möglicherweise auch ein Hotel.[1] Demgegenüber hatte ein Bürgerantrag bereits im Jahr 2013 gefordert, auf dem Gelände vorrangig Wohnraum zu errichten, dem der Stadtrat auch grundsätzlich folgte.

Dennoch hat sich die Ratsmehrheit nun beim Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan mit der Vorgabe zufriedengegeben, dass 30% der Fläche für den Wohnungsbau genutzt werden sollen – also eine weit überwiegende Büronutzung abgesegnet und auch ein Hotel nicht ausgeschlossen. Ein Änderungsantrag der Linksfraktion, der den Wohnanteil zumindest auf 70% heraufsetzen sollte, fand im Planungsausschuss keine Mehrheit.[2] Holger Schmidt: „Angesichts der innerstädtischen, fußläufigen sowie gut integrierten Lage in einem vorhandenen Wohngebiet ist dies mehr als unverständlich. Für eine überwiegende Büro- oder gar Hotelnutzung ist dieses Grundstück viel zu schade.“

Neben einer erhöhten Wohnbebauung hatte der Änderungsantrag der Linksfraktion auch zum Ziel, eine Hotelnutzung und sogenannte Mikroappartements auszuschließen und für die zukünftige Bebauung einen architektonischen Wettbewerb zu erreichen – allerdings ebenfalls ohne Erfolg. Immerhin folgte die Mehrheit zumindest der Vorgabe, dass ohne Bebauungsplan auf Grundlage des derzeit geltenden Baurechts im Gebiet keine Genehmigungen erteilt werden.

„Wenn die jetzige Eigentümerin eigentlich gar keine Wohnungen bauen möchte und schon gar nicht viele, weil dies nicht in ihr Anlage-Portfolio passt, ist dies ihre Entscheidung. Stadtplanung kann aber nicht heißen, Einzelinteressen von Investoren zu erfüllen. Angesichts der Praxis der Eigentümerin, ihre Immobilienobjekte in Luxemburg zu verwalten, um etwa Gewerbesteuern zu sparen, ist ohnehin die Frage, inwieweit die Stadt dann dauerhaft profitieren würde.“, so Holger Schmidt. 


[1] Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 6522-3, Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Nordstadt; 'Kaiser-Karl-Ring 59-61' Drs. 1812132 (Link).

[2] Änderungsantrag Linksfraktion Drs. 1812132AA5 (Link).