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Melbbad soll seinen Charakter bewahren – Bebauung kommt für Linksfraktion nicht in Frage

Foto: Anatol Koch

Zur beabsichtigten Melbbad-Bebauung, die am Freitag in einer Informationsveranstaltung im Brückenforum vorgestellt wird, erklärt Holger Schmidt, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion:

Auch wenn die geplante Bebauung am Seitenhang im Melbbad nun ein wenig verkleinert wurde, ändert dies am grundlegenden Einwand nichts: Ein derart großes Gebäude von über 100 Metern Länge mit bis zu sieben Geschossen würde den bisherigen Charakter des Melbbads zu stark beschädigen. Gerade die etwas abgeschiedene, grüne Lage im Tal macht einen Großteil der Attraktivität des Freibades aus, besonders für Badegäste, die keinen eigenen Garten haben. Neben weiteren Nachteilen einer solchen Bebauung wie einer zwar verringerten, aber noch gegebenen Verschattung, bleibt auch das rechtliche Risiko, dass zukünftige BewohnerInnen sich nicht mit dem Badelärm arrangieren können – entsprechende Mietvertragsklauseln helfen dabei letztlich nicht.

Die Linksfraktion beantragt seit vielen Jahren für nahezu jedes Baugebiet eine hohe oder höhere Quotenvorgabe für den sozialen und mietpreisgedeckelten Wohnungsbau, was in den meisten Fällen von der Ratsmehrheit abgelehnt wird. Zuletzt erhielten unsere Anträge für 50% geförderten Wohnungsbau im Neubaugebiet Vilich-Müldorf II oder im ehemaligen Postareal am Kaiser-Karl-Ring mal wieder keine Mehrheit. Gerade weil wir ansonsten so stark für bezahlbares Wohnen eintreten, erlauben wir uns im Einzelfall auch Kritik.

Kein Zweifel, wir brauchen in Bonn in allen Vierteln deutlich mehr sozialen und preisgebundenen Wohnungsbau, aber nicht in einem attraktiven und grünen Freibad im Melbtal. Hier ist die Stadt gefordert, Umkleiden und Funktionsräume endlich zu sanieren. Denn das ist ja das eigentliche Unding: Über zehn Jahre lang wurde eine vergleichsweise kleine Sanierung hinausgezögert, um jetzt wie in vielen anderen Fällen kurz vor dem Zusammenbruch des Bades zu stehen.