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Linke und SPD fordern zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen in Bonn

Angesichts der menschenunwürdigen Bedingungen in den Auffanglagern an der EU-Außengrenze, insbesondere auf den griechischen Inseln, fordern die SPD- und Linksfraktion im Rat der Stadt Bonn die Stadt dazu auf, zusätzlich zu den bestehenden Verteilerschlüsseln aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen.

Die Flüchtlingscamps sind überfüllt. Allein auf der griechischen Insel Lesbos leben 25.000 geflüchtete Kinder, Frauen und Männer in provisorischen Hütten oder Zelten. Für uns steht fest, dass die Corona-Krise und die teilweise in Bonn weggefallenen Unterbringungsmöglichkeiten in Wohncontainern nicht als Vorwand dafür dienen dürfen, dass die menschenrechtliche Notwendigkeit zur Aufnahme der Geflüchteten und gleichzeitig die Solidarität mit den Staaten an den EU-Außengrenzen schlichtweg verweigert wird. Gerade jetzt müssen wir ein Zeichen der Humanität setzen. Es ist klar, dass die gängigen Abstands- und Hygieneregelungen in den überfüllten Lagern nicht eingehalten werden können. Sollte das Virus dort ausbrechen, wird es nur schwer zu stoppen sein. Deshalb ist es gerade jetzt unsere Pflicht, Menschen bei uns aufzunehmen, um sie vor der drohenden Gefahr des Corona-Virus zu schützen“, so Dr. Michael Faber, Vorsitzender der Linksfraktion Bonn.

„Wir haben uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass Bonn Mitglied im „Bündnis Städte sicherer Häfen“ wird. Doch bisher wurden nur zehn Geflüchtete zusätzlich aufgenommen. Hier sehen wir den Oberbürgermeister in der Pflicht, bedeutend mehr zu tun. Denn wir haben freie Kapazitäten, um Geflüchtete unterzubringen. Konkret wollen wir zunächst 200 Geflüchtete aufnehmen. Hierzu soll der Oberbürgermeister in Kontakt mit dem Bundesministerium treten. Natürlich muss sichergestellt sein, dass die Menschen hier nicht in Massenunterkünften untergebracht werden. Die Unterbringung muss dezentral erfolgen, um die Bildung von „Corona-Hotspots“ von vornherein ausschließen zu können. Bonn muss endlich Farbe bekennen und seinen Verpflichtungen nachkommen!“, erklärt Angelika Esch, SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Sozialausschusses.