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A. Koch und N. Quickert-Menzel

Kontrolle der Gebäudereinigung vernachlässigt

Anatol Koch

Städtisches Gebäudemanagement räumt auf Anfrage ein, dass seit langer Zeit keine routinemäßigen Kontrollen der Gebäudereinigung stattfinden.

Zur Stellungnahme des Städtischen Gebäudemanagements zu Fragen der Qualitätskontrolle im Bereich der Gebäudereinigung erklärt Anatol Koch, Geschäftsführer der Linksfraktion und Nortfried Quickert-Menzel, fachpolitischer Sprecher im Betriebsausschuss SGB:

Auf Anfrage[1] der Linksfraktion teilt das städtische Gebäudemanagement mit, dass in den gesamten letzten drei Monaten keine routinemäßigen Überprüfungen der beauftragten Reinigungsunternehmen in Schulen und städtischen Gebäuden erfolgten. Die Qualitätsberichte der Reinigungsfirmen ergaben selbst ohne unabhängige Kontrolle immerhin 27 Beanstandungen an 20 Schulen.

?Klar ist, dass der Arbeitsdruck bei den Reinigungskräften in vielen Fällen zu hoch ist, um in der vorgegebenen Arbeitszeit gründlich reinigen zu können. Es ist daher skandalös, dass sich das Städtische Gebäudemanagement bei der Gebäudereinigung seit geraumer Zeit allein auf die Qualitätskontrolle der Reinigungsfirmen verlässt. Da diese sich faktisch selbst kontrollieren wird ihnen so quasi ein Freifahrtschein erstellt.? erklärt Anatol Koch, Fraktionsgeschäftsführer der Linksfraktion Bonn.

?Während das SGB nie einen Handlungsbedarf erkennen ließ, erreichen die  Linksfraktion Berichte von Reinigungskräften, Eltern, Schülern und Schülerinnen und sogar von Hausmeistern, dass  Reinigungsvorgaben, die zwischen Stadt und Unternehmen vereinbart werden, von den Beschäftigten nicht zu leisten seien. Diese Vorgaben ? wie etwa die stündlich zu reinigende Quadratmeterzahl in den Objekten ? die die Stadt im Rahmen der Auftragsvergabe im Wesentlichen fest legt scheinen schlicht nicht machbar zu sein. Auf Anfrage der Linksfraktion räumt das SGB zudem ein, dass nur 3 Personalstellen für die Qualitätskontrollen zuständig seien und diese sogar erst seit Anfang September wieder voll besetzt seien.? erklärt Nortfried Quickert-Menzel, fachpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Betriebsausschuss SGB

?Wann die letzte routinemäßige Überprüfung stattgefunden hat lässt sich anhand der Stellungnahme noch nicht einmal sagen, da die Linksfraktion in der Annahme, die routinemäßigen Überprüfungen fänden täglich statt nur für den Zeitraum des letzten Quartals Zahlen angefragt hatte. Wenn man bedenkt, dass in diesen Zeitraum noch die Osterferien und damit auch die oft beanstandeten Grundreinigungen fielen, ist dies eine bemerkenswerte Tatsache!? betont Koch.

Hinzu kommt, dass die Beanstandungen für die Reinigungsfirmen ohne Folgen bleiben, denn Preisabzüge bei den Reinigungsunternehmen seien laut SGB nach den derzeitigen Vertragsbedingungen nicht vorgesehen. Die Linksfraktion sieht sich in ihrer Kritik am städtischen Gebäudemanagement bestätigt und hält an der Forderung für faire Arbeitsbedingungen und der Festlegung unabhängig ermittelter Leistungswerte fest.


[1] vgl. Stellungnahme zu großer Anfrage der Linksfraktion ?Qualitätskontrolle bei der Gebäudereinigung?, Drs. 1211923ST3