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Kein Wildtier-Zirkus auf der Rigal'schen Wiese!

Zum Dringlichkeitsantrag der Linksfraktion für die kommende Stadtratssitzung erklärt der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Faber:

Mit einem Dringlichkeitsantrag zur Ratssitzung am 26.09. reagiert die Linksfraktion auf eine erst wenige Tage alte Mitteilung der Stadt (Drs. 1912668), wonach im kommenden Juli dem Zirkus Charles Knie ein zwölftägiges Gastspiel auf der Rigal'schen Wiese gestattet werden soll. Die Linksfraktion hat beantragt, dass der Stadtrat diese Entscheidung an sich zieht und die Platzvergabe ablehnt (Drs. 1912698). Erst im Dezember 2017 hatte die Verwaltung im Alleingang einem Zirkus auf der Rigal'schen Wiese ein Gastspiel erlaubt, was zu erheblichen Schäden an der Wiese führte, die erst Monate später endgültig behoben werden konnten. Die Verwaltung erklärte die damalige Erlaubnis zu einem Ausnahmefall und sah auch keinen dadurch geschaffenen Präzedenzfall, der eine Rechtspflicht begründen könnte, auch andere Zirkusse zuzulassen.

Vor diesem Hintergrund kann die Linksfraktion die jetzt vom Oberbürgermeister vorgesehene Neuvergabe an einen Großzirkus dort nicht nachvollziehen. Wenn der Zirkusbetrieb mitsamt seiner Wildtierhaltung bis hin zu Löwen und Tigern dort gastiert, bleibt von der Naherholungsfunktion der Wiese im Hochsommer kaum etwas übrig. Auf das Risiko von erheblichen Folgeschäden an der Wiese, die nach den bisherigen Erfahrungen keineswegs auszuschließen sind, sollte die Stadt verzichten. Denn selbst wenn der Zirkus hierfür eine Kaution hinterlegen müsste, wäre die Nutzung der Wiese dann für weitere Wochen im Spätsommer eingeschränkt.

Die Linksfraktion setzt sich zudem seit Jahren dafür ein, dass die Stadt Bonn keine eigenen Flächen mehr für Zirkusbetriebe mit Wildtieren vergibt, da eine artgerechte Haltung von Wildtieren wie Löwen und Tigern in einem Wanderzirkus nach unserer Auffassung nicht möglich ist. Dass Stadt und Ratsmehrheit sich bisher wegen rechtlicher Risiken weigerten, Tierquälerei nach dem Vorbild anderer Städte ein klares Stoppschild zu setzen, ist traurig. Im vorliegenden Fall müssen hasenfüßige Ratspolitiker eine Ablehnung der Platzvergabe aber nicht einmal auf den Tierschutzaspekt stützen. Denn die schlechte Erfahrung mit einer verwüsteten Rigal'schen Wiese soll sich im Hochsommer nicht wiederholen. Aus Sicht der Linksfraktion ist das schon Grund genug, die Platzvergabe an den Zirkus Charles Knie zurückzuweisen. Nach dem Antrag der Linksfraktion soll im Übrigen zukünftig nicht mehr die Verwaltung, sondern die Bad Godesberger Bezirksvertretung über Sondernutzungen auf der Wiese und dem angrenzenden Parkplatz entscheiden.

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