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Hallenbäder: Überhöhte Chlorwerte nicht verharmlosen

Foto: Anatol Koch

Zur Antwort der Verwaltung auf eine Kleine Anfrage1 der Linksfraktion zum Thema Chlorbelastung in Bonner Hallenbädern erklärt Tobias Haßdenteufel, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion:

Die Bonner Hallenbäder leiden in letzter Zeit unter einer übermäßigen Chlorbelastung. Die Stadtverwaltung spricht in ihrer Antwort2 auf unsere Anfrage zum Thema von häufigeren Grenzwertüberschreitungen, die aber nicht gesundheitsgefährdend sein sollen. Schaut man sich die Messwerte im Jahr 2017 aus den drei Bonner Hallenbädern genauer an, erkennt man jedoch, dass Grenzwertüberschreitungen – bei sogenanntem gebundenen Chlor im Beckenwasser: 0,20 mg/l – eher die Regel als die Ausnahme sind.3

Nicht nur in der Bausubstanz, sondern auch in der veralteten Badtechnik rächt sich auf diese Weise der Sanierungsstau der Bonner Hallenbäder. Aber auch die Schließung von Kurfürstenbad und Beueler Bütt sorgen für mehr Besucher in den übrig gebliebenen Hallenbädern, die dann wiederum eine verstärkte Chlorung des Wassers nötig machen können. Das Desinfektionsmittel Chlor ist aber in Schwimmbädern gesundheitlich nicht völlig unbedenklich und steht schon seit längerem in Verdacht, in der Verbindung als Trichloramin Asthmaerkrankungen insbesondere bei Kleinkindern zu befördern. (Trichloramin entsteht beim Kontakt von Chlor mit Harnstoff und ist für den typischen „Schwimmbadgeruch“ in Hallenbädern verantwortlich.)

Aus Sicht der Linksfraktion ist dies ein Grund mehr dafür, dass Politik und Verwaltung die Sanierung von Hardtbergbad und Beueler Bütt nicht weiter auf die lange Bank schieben dürfen und hierbei insbesondere die Modernisierung der Badtechnik vorantreiben müssen. Denn es existieren mittlerweile Filterungsmöglichkeiten, die in der Anschaffung zwar teurer sind, den Einsatz von Chlor aber erheblich reduzieren können und auch im Betrieb ressourcenschonender und effizienter sind. Unabhängig vom Ausgang des anstehenden Bürgerentscheids muss die Stadt bei Sanierung von Franken- und Kurfürstenbad oder dem Bau des neuen Zentralbads dafür sorgen, dass die erforderliche Technik zum Einsatz kommt, um mögliche Gesundheitsrisiken auszuschließen.

1. https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/18/1810380.pdf

2. https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/18/1810380ST2.pdf

3. https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/O/Pdf/18/1810256ED4.pdf