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Dr. Michael Faber

Als regionales Kreditinstitut mit sozialer Verantwortung profilieren ? Millionenschwere Vorstandsgehälter unvertretbar

Bildquelle: Gerd-Altmann / pixelio.de

Die Vorstandsbezüge des Sparkassenvorstands machen im Geschäftsjahr 2011 die Hälfte des Jahresverlusts aus.

Zum Jahresabschluss 2011 der Sparkasse KölnBonn erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion, Dr. Michael Faber:

Mit Besorgnis nimmt die Linksfraktion den Jahresabschluss der Sparkasse KölnBonn für 2011 zur Kenntnis. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit erzielte die Sparkasse einen Verlust von fast 4 Mio. Euro, nachdem im Jahr zuvor noch ca. 85 Mio. EUR Gewinn erzielt werden konnten. Erst wegen steuerrechtlicher Gestaltungen kann die Sparkasse einen geringen Gesamtüberschuss vorweisen, der aber um 48,1 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres liegt. Mit solchen Ergebnissen vermag die Sparkasse auch kaum die von den Trägerstädten Köln und Bonn eingebrachten Mittel in Höhe von ca. 500 Mio. EUR zur Stabilisierung der Sparkasse zu bedienen. Bei den stillen Einlagen konnte die Sparkasse jetzt erst 1,5 Mio. EUR zum Ausgleich bisheriger Verluste wiederauffüllen. Der Wertverlust für Köln und Bonn beträgt damit noch immer 18 Mio. EUR. Zinsen auf die stille Einlage der Trägerstädte kann die Sparkasse wegen ihrer angespannten Lage weiterhin nicht zahlen.

Aus Sicht der Linksfraktion belegt das auch, dass die gerade auch in Bonn praktizierte Politik der Filialschließung der falsche Weg ist. Der Rückzug aus den Stadtvierteln setzt mit der Verankerung in der Fläche gerade die Stärke der Sparkasse aufs Spiel. Während anderenorts die Sparkassen gerade in Zeiten der Finanzkrise Vertrauen als örtlich verwurzelte Alternative zu den spekulativen Großbanken zurück gewinnen konnten, muss die Sparkasse KölnBonn 2011 einen Rückgang der Kundeneinlagen um 3,6% verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich aus Sicht der Linksfraktion das hohe Vergütungsniveau des Sparkassenvorstandes in keiner Weise. Der Jahresabschluss 2011 weist jetzt zum zweiten Mal die individualisierten Bezüge der Vorstandsmitglieder aus. Dies hatte DIE LINKE in der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse durchsetzen können. Demnach erhielt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Artur Grzesiek Bezüge in einem Wert von 577.798,80 EUR. Das entspricht fast 50.000 EUR Monatsgehalt. Die übrigen vier Vorstandsmitglieder erhielten allesamt Bezüge in einem Wert von mehr als 400.000 EUR. Insgesamt betrugen die Vorstandsbezüge in 2011 mehr als 2,2 Mio. EUR. Die Linksfraktion hält diese Bezüge nicht erst in Anbetracht der Finanzsituation der Sparkasse für unvertretbar. Schließlich werden diese Bezüge faktisch auch über die millionenschweren Einlagen finanziert, die die Städte Köln und Bonn trotz erheblichster Haushaltsnot in Zeiten drastischer Sparmaßnahmen im sozialen und kulturellen Bereich aufbringen mussten.

Der Bonner Finanzausschuss hat gestern einen anderen Weg aufgezeigt, wie die Sparkasse Vertrauen zurück gewinnen kann. Eine Mehrheit folgte der Initiativen des BBB (Drs. 1212273) für geringere Dispozinsen und der Initiative der Linksfraktion (Drs. 1212273AA4) für kostenlose Girokonten für Bonn-Ausweis-InhaberInnen. So könnte die Sparkasse ihr Profil als regionales Kreditinstitut mit sozialer Verantwortung stärken. Das wäre eine bessere Zukunftsinvestition als Vorstandsbezüge in Millionenhöhe.

 

 

Link zum Jahresabschluss 2011 der Sparkasse KölnBonn (Vorstandsbezüge S. 73 ff.)