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Hitzeaktionsplan der Koalition soll für Abkühlung bei extrem heißen Temperaturen sorgen

Zur Forderung nach einem Hitzeaktionsplan für Bonn erklären die Koalitionsfraktionen von Grünen, SPD, LINKEN und Volt:

In diesem Sommer erwarten wir wieder eine Hitzewelle. „Lang anhaltende, extrem heiße Temperaturen sind purer Stress für den Körper. Besonders in schlecht isolierten Dachgeschosswohnungen ist die Hitze ein Riesenproblem und auch die Nächte werden keine Abkühlung bringen. Gerade für vulnerable Gruppen wie Kranke, Kinder und Ältere, können die kommenden Tage ein Gesundheitsrisiko darstellen. Hitzewellen sind ebenfalls Naturkatastrophen“, zeigt sich Dr. Nico Janicke, Vorsitzender des Beirats zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz besorgt.

Extreme Wetterereignisse, wie Starkregenereignisse und Hitzewellen, gehen mit dem Klimawandel einher und werden weiter zunehmen. „Im Mai hat die UN-Weltorganisation für Meteorologie eine Prognose veröffentlicht, dass schon in 2026 die globale Mitteltemperatur 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen kann. In Bonn ist das bereits seit über 10 Jahren der Fall, Tendenz weiter steigend. Aktuell sind wir bei ca. +1,75 Grad Celsius. Daran ist klar zu sehen, dass die Erwärmung uns zum einen schon ganz konkret betrifft und zum anderen in Städten deutlich stärker ausfallen kann“, so Dr. Stephan Eickschen, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

„Daher müssen wir neben wirksamem Klimaschutz frühzeitig Maßnahmen zur Klimaresilienz ergreifen, damit wir auf derartige Extreme bestmöglich vorbereitet sind. Neben langfristigen Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas müssen für extreme Hitzewellen kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden, um die Bonner:innen zu schützen und die Stadt abzukühlen. Daher haben wir die Verwaltung bereits vor längerer Zeit mit der Erstellung eines Hitzeaktionsplans beauftragt“, begründet Hanno Raußendorf, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion, das Vorgehen der Koalition.

Der Aktionsplan soll Sofortmaßnahmen beinhalten, die bei starker Hitze unverzüglich ergriffen werden können. Hierzu zählt zum Beispiel die Beschattung von öffentlichen Orten, an denen sich insbesondere vulnerable Menschen aufhalten, die Einrichtung einer Notfallnummer oder der öffentliche und kostenfreie Zugang zu kühlen Räumen. Außerdem soll eine kostenlose Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum ermöglicht werden. 

„Auch Bäume sorgen für Abkühlung. Deshalb haben wir bereits die jährliche Pflanzung von 700 Bäumen im Stadtgebiet in die Wege geleitet. Junge Bäume müssen jedoch bewässert werden. Damit kein kostbares und knapper werdendes Trinkwasser für die Bewässerung benutzt werden muss, sollen Konzepte zur gezielten Zuführung von innerstädtisch anfallendem Regenwasser entwickelt werden – Stichwort Schwammstadt. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Art der Bewässerung – wenn auch in einem sehr geringem Umfang – zu einer Entlastung des städtischen Kanalnetzes beitragen könnte“, erklärt Friederike Dietsch, umweltpolitische Sprecherin der Grünen.