20. Juni 2017 Tobias Haßdenteufel

Skatepark: Verhinderungspolitik beenden

Zur aktuellen Diskussion um den geplanten Skatepark erklärt Tobias Haßdenteufel, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion:

Der Widerstand von großen Teilen der Beueler Kommunalpolitik gegen den Bau eines neuen Skateparks ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Argumente der Gegner wirken vorgeschoben: Ein städtischer Zuschuss zu den Baukosten steht Subculture e.V. nach Sportförderrichtlinie ohnehin zu und kommt aus einem Topf, der in den letzten Jahren regelmäßig nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Der Wunsch nach einem Neubau der Jugendverkehrsschule ist weder realisierbar noch zeitgemäß. Und der Vorwurf, dass die Politik zu spät eingebunden wurde, sagt mehr über verletzte Eitelkeiten von Lokalpolitikern aus, als dass er irgendetwas zur Lösung des Problems beitragen würde.

Zumal es in der Realität meist völlig anders aussieht: Initiativen aus der Bürgerschaft wünschen sich nichts mehr als eine Einbindung der kommunalpolitischen Entscheidungsträger, treffen ohne große Lobby mit ihren Projekten jedoch oft auf Desinteresse bei Politik und Verwaltung. Das Zwischenfazit der Debatte muss deshalb lauten: Offenbar ist ein Skatepark mitsamt den Menschen, die die Anlage dann regelmäßig nutzen würden, in Beuel trotz aller Lippenbekenntnisse schlicht nicht willkommen. Es ist traurig, dass sich weite Teile der Kommunalpolitik, die sonst schnell den „Stillstand“ in Bonn kritisieren, so widerstandslos für die Verhinderungspolitik einiger Bürgervereine einspannen lassen. Insbesondere der Beueler Koalition aus CDU, SPD und FDP mangelt es hier offenbar an Rückgrat.

Viele Städte haben in den letzten Jahren den Bau von Skateparks unterstützt oder selbst in die Hand genommen, in der näheren Umgebung zum Beispiel Troisdorf, Rheinbach, Koblenz oder Köln. Skateparks schaffen neue, abwechslungsreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Jugendliche und junge Erwachsene, die auch außerhalb von Vereinsmitgliedschaften und Betriebssportgruppen Menschen für Sport und Bewegung begeistern kann. Wir werden uns deshalb weiterhin für den Bau eines Skateparks einsetzen, der eine Bereicherung für die Sport-Infrastruktur in Bonn darstellen würde.