11. Juli 2017 Jürgen Repschläger

R(h)einkultur litt nicht an mangelndem Publikumszuspruch

Zum Kommentar „Vom Gefühl des Habens“ von Cem Akalin und der Diskussion um die „Rockaue“ erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger:

„Der augenblickliche Zustand der Rockaue erinnert fatal an die Schlussphase der R(h)einkultur“, schreibt GA-Redakteur Cem Akalin. Und weiter: „Die Macher setzen ihr ganzes Herzblut in ein Projekt, ohne materiellen Eigennutz zu haben, doch das breite Publikum versagt ihnen die Unterstützung.“

„Das“, so Jürgen Repschläger, „müsste der langjährige R(h)einkultur-Kenner Akalin eigentlich besser wissen.“ Denn die R(h)einkultur litt in ihrer nahezu 30-jährigen Geschichte, von total verregneten Ausnahmen abgesehen, zu keinem Zeitpunkt an einem geringen Publikumszuspruch. Ganz im Gegenteil: Bei der 29. und letzten R(h)einkultur musste das Festivalgelände zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden, die Stadtwerke setzten über zwei Stunden die Linie 66 vom Hauptbahnhof zur Rheinaue aus. Hunderte von FestivalbesucherInnen feierten im U-Bahnhof oder setzten sich zu Fuß in Bewegung.

„Was der R(h)einkultur das Genick gebrochen hat, war nicht das fehlende Publikum, sondern nach Aussage der Veranstalter die fehlende Unterstützung und die mangelnde Wertschätzung der Stadt Bonn“, sagt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion.

Auch Repschläger geht davon aus, dass die relativ schwache Resonanz für die Rockaue nichts mit der Höhe der Eintrittsgelder zu tun hat. Allerdings konnte die Rockaue nicht im Ansatz an das R(h)einkulturfeeling anschließen. Ein Großteil des Publikums hatte die R(h)einkultur als „ihr Festival“ begriffen. Das hat die Rockaue zumindest bislang noch nicht geschafft. „Um die Gründe zu analysieren, sollte der Pop- und Rockbeauftragte der Stadt Bonn Veranstalter, Verwaltung und die Kulturpolitik zu Gesprächen zusammenbringen.“, so Repschläger abschließend.